Gestern ging ein riesengroßer Aufruhr durch die Sternenelterngemeinde. Nach dem Post von Chrissy Teigen auf Instagram, in dem sie nicht nur darüber schrieb, dass sie ihren Sohn Jack im 6. Schwangerschaftsmonat tot zur Welt bringen musste, sondern auch noch Bilder von dem Weg der Geburt und des Abschieds zeigte.

Viele unterstellten ihr Geldgeilheit und reine PR-Absichten, meinten sie wäre schamlos und würde für Fame über die Leiche ihres Sohnes gehen. Die Beleidigungen kannten keine Obergrenze und auch ich steuerte in sämtlichen Kommentarspalten gegen diese HATER. Denn auch ich bin eine Sternenmama, eine Betroffene, eine Mutter die viel zu früh Abschied von ihren Kindern nehmen musste. Eine Mutter deren Kinder noch zu klein waren um Fotos von ihnen machen zu können, eine Mutter die alles für so ein letztes Foto geben würde um es allen unter die Nase halten und von ihren Kindern erzählen zu können. Denn auch diese Kinder gehören zu mir und meinem Leben dazu. Nur weil sie tot sind, heißt dass nicht, dass sie nicht weiter existieren. Unsere toten Kinder sind genauso wunderschön und perfekt, wie die lebenden. Wir wollen das man sie genauso wahrnimmt wie sie, in Erinnerungen lebendig werden lässt und sie beim Namen nennt. Wir sind so unglaublich stolz, dass wir die Eltern unserer verstorbenen Kinder sind und alle Welt soll das sehen können.

Es gibt ganz tolle Organisationen wie Dein Sternenkind, die deutschlandweit aktiv sind und sobald bei ihnen ein Notruf eingeht, direkt losfahren um genau diesen ersten und letzten Erinnerungen festzuhalten. Erinnerungen schaffen, an denen sich die Eltern in ihrer Trauer halten können, die ihnen dabei helfen den Tod ihres Kindes zu bewältigen und die es ihnen ermöglichen auch anderen ihr Kind zu zeigen und zu sagen “Schau, dass ist unser Kind!”.

Sterneneltern brauchen Akzeptanz, Verständnis und Unterstützung auf ihrem Weg der Trauer. Wie sollen sie dies bekommen, wenn keiner von dem Verlust weiß? Wie sollen sie Familie, Freunde und Kollegen an ihrer Trauer teilhaben lassen, wenn sie gar keine Möglichkeit dazu bekommen?

Jede dritte Schwangerschaft endet frühzeitig in einer Fehlgeburt, jede 10. Geburt ist eine stille, bei der das Baby tot zur Welt kommt. D.h. im Klartext hat jede Frau durchschnittlich mind. eine Fehlgeburt in ihrem Leben. Wir Frauen sind quasi alle eine Betroffene, wenn nicht selbst betroffen, so kennen wir doch mindestens eine die dieses Schicksal erlitten hat. Gerade wir sollten doch dafür kämpfen, dass unsere Kinder gesehen werden, oder nicht?

Zum Abschluss möchte ich nur noch eines sagen:

Meine Kinder sind immer bei mir, so lange ich lebe denke ich jeden Augenblick an sie, sie sind für immer in meinem Herzen und kein dummer Kommentar der Welt, wird daran je etwas ändern. Es gibt keine feste Regeln, wie man um sein Kind zu trauern hat. Trauer ist für jeden anders, genauso individuell wie wir Menschen es sind. Ich werde kämpfen, dafür das Trauer gesellschaftsfähig wird, denn der Tod gehört nunmal unwiderruflich zu unserem Leben dazu und genauso sollte er auch behandelt werden!

Ich kämpfe, mit allen Mitteln und mit allen anderen Sterneneltern gegen das Tabu!